Otto Heinemann Preis

zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Wir suchen Vorbilder für eine pflegefreundliche Arbeitswelt – bundesweit!

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird in immer mehr Unternehmen zu einem wichtigen Thema. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und des absehbaren Fachkräftemangels rücken dabei auch Erwerbstätige, die gleichzeitig Familienangehörige pflegen müssen, zunehmend in den Fokus der Arbeitgeber. Denn neben der Kindererziehung stellt insbesondere die Pflege eine Herausforderung für alle Beteiligten dar, da der Eintritt eines Pflegefalls vielfach nicht planbar ist.

Gerade im Hinblick auf die zunehmende Belastung durch innerfamiliäre Pflegefälle bricht die klassische Trennung von Arbeit und Familie, die in Deutschland lange geherrscht hat, langsam auf. Für Unternehmen gilt es also, Familienförderung als Faktor im Wettbewerb um High Potential zu nutzen und als effektive Maßnahme zur Mitarbeiterbindung zu begreifen.

Vor diesem Hintergrund gilt es insbesondere darauf hinzuwirken, auch für kleine und mittelständische Unternehmen Möglichkeiten aufzuzeigen um im Wettbewerb um motivierte Mitarbeiter nicht zurückzustehen.

Gesucht wird daher das innovativste Unternehmen, das in herausragender Weise für seine Beschäftigten optimale Bedingungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit schafft, mit Ideenreichtum und unternehmerischer Weitsicht auf das Wohl seiner Angestellten zielt – wohlwissend, dass seelische und körperliche Ausgeglichenheit wesentlich der Arbeitseffektivität und somit der Unternehmensstabilität dienen.

Schirmherr für den Otto-Heinemann-Preis ist Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Wie können Sie sich bewerben?

Bitte senden Sie uns ganz einfach und schnell Ihre Bewerbung per ONLINE-FORMULAR.

Mit Versendung Ihrer Bewerbung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung per E-Mail an die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse und einen Fragebogen als PDF. Alternativ erfolgt der Versand des Fragebogens per Post.

Falls Sie dokumentiertes/illustratives Material zu Ihrer Bewerbung einreichen möchten, senden Sie dieses bitte via E-Mail an info@otto-heinemann-preis.de oder per Post unter dem Stichwort »Otto Heinemann Preis 2016« an folgende Adresse:

spectrumK GmbH
Spittelmarkt 12
10117 Berlin
.

Falls Sie Fragen haben, können Sie uns auch gern anrufen. Ihre Ansprechpartnerin zu allen Fragen rund um den Otto-Heinemann-Preis 2016 ist:

Juliane Maneke
spectrumK GmbH
Abteilung Unternehmenskommunikation
E-Mail: juliane.maneke@spectrumK.de
Tel.: 030-21 23 36 154

Fragebogen zur Bewerbung um den Otto Heinemann Preis 2016

Die Angaben zum Unternehmen dienen lediglich der statistischen Erfassung und Einordnung der Teilnehmer und haben keinen
Einfluss auf die Beurteilung. Der Bewerbungszeitraum endet am 31. August 2016.

* Pflichtfelder sind mit einem roten Stern gekennzeichnet.

(Bitte schätzen Sie, falls Sie die genaue Zahl nicht kennen)

Wer entscheidet über die Preisvergabe?

Eine fachkundige Jury ermittelt die drei besten Projekte in jeder Kategorie. Die Jury besteht aus folgenden Personen (vertreten durch eine Person der jeweiligen Institution):

Franz Knieps

Franz Knieps

Vorstand BKK Dachverband e. V.

Jürgen Hohnl

Jürgen Hohnl

Geschäftsführer IKK e. V.

Laurenz Meyer

Laurenz Meyer

Unternehmensberater

Christiane Viere

Christiane Viere

Unterabteilungsleiterin Abteilung 3 „Demografischer Wandel, Ältere Menschen, Wohlfahrtspflege“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Dr. Achim Dercks

Dr. Achim Dercks

stlv. Hauptgeschäftsführer, DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.

Hans Peter Wollseifer

Hans Peter Wollseifer

Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

Yves Rawiel

Yves Rawiel

Geschäftsführer spectrumK GmbH

Iris Gleicke

Iris Gleicke

Parlamentarische Staatssekretärin und Beauftragte für Mittelstandspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Film ab!

Uta Ranke-Heinemann erinnert sich an ihren Großvater Otto Heinemann.

Preisträger 2015

Pflege und Beruf – vom Tabuthema zur Normalität?

Karriere und Pflege: Für viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist das immer noch ein Widerspruch. Das muss sich ändern. Auf der Berliner Pflegekonferenz wurden deshalb erstmals drei Unternehmen für ihr zukunftsweisendes Engagement zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege mit dem Otto-Heinemann-Preis ausgezeichnet.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland nimmt rasant zu. Waren es Ende 2013 noch 2,63 Millionen, gehen Prognosen für das Jahr 2030 von 3,4 Millionen aus – Tendenz weiterhin steigend. Damit finden sich immer mehr Arbeitnehmer in der Rolle des Pflegenden wieder. Wie gehen Arbeitgeber damit um? Wie weit ist das Thema Pflege bereits auf das Radar von Unternehmen und Behörden gerückt? Was tun sie, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen und die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu verbessern?

Der Otto-Heinemann-Preis zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, der in diesem Jahr erstmals verliehen wurde, lenkte den Blick auf diese wichtigen Fragen – und zeigt, dass es bereits heute innovative und zukunftsfähige Lösungen gibt.

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Für die Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, die den Preis in der Kategorie bis 50 Mitarbeiter erhielt, ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf täglich gelebte Realität, denn ein Drittel der Beschäftigten nimmt bereits jetzt Betreuungspflichten für Angehörige wahr.

„Wir haben den Anspruch, ein guter Arbeitgeber zu sein. Da gehört es einfach dazu, dass wir unsere Mitarbeiter auch in dieser Frage unterstützen. So haben wir schon vor vier Jahren damit begonnen, neue Dienstzeitvereinbarungen mit dem Personalrat auszuhandeln, um die Arbeitszeitregelungen zu flexibilisieren“, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer. „Das ist ein ganz entscheidender Aspekt, wenn es um die Pflege von Angehörigen geht. Ob Teilzeitregelungen, Vertrauensarbeitszeiten, Lebensarbeitszeitkonten oder Ähnliches: Hier sollten gerade im Kleinbetrieb Grundlagen geschaffen werden, um auf dieser Basis in gegenseitiger Wertschätzung schnell und flexibel agieren zu können. Uns geht es darum, pflegenden Mitarbeitern verlässliche Strukturen zu geben und sie aus der Rolle des Bittstellers zu holen. Denn das Thema Angehörigenpflege ist für viele Arbeitnehmer noch immer heikel. Bei uns im Betrieb wird heute deutlich offener über dieses Thema gesprochen und darüber bin ich auch persönlich sehr froh.“

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Die Enttabuisierung des Themas Pflege ist auch für Ludger Osterkamp ein ganz wesentlicher Punkt. Der Geschäftsführer der ExTox Gasmess-Systeme GmbH, die in der Kategorie 50 bis 250 Beschäftigte ausgezeichnet wurde, ist davon überzeugt, dass Initiativen in diesem Bereich „von oben“ kommen müssen. Nur so können Berührungsängste abgebaut werden.

„Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist bei uns Chefsache, und das muss auch so sein“, sagt Herr Osterkamp. „Als wir vor zwei Jahren zu einem ‚Elternsprechtag‘ einluden, gab es noch viel Zurückhaltung. Aber bei vielen hat dann die Neugier gesiegt. Die älteste Teilnehmerin war 91 und fuhr mit dem Rollator vor. Es wurde ein sehr schöner Nachmittag; für die Eltern der ‚angenehmste Elternsprechtag, den sie je hatten‘. Dabei zeigte sich, dass Pflege für viele ein wichtiges Thema ist.“

Heute gibt es bei ExTox zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen, von flexiblen Arbeitszeiten über umfangreiche Informations-, Beratungs- und Vermittlungsangebote bis hin zu zwei ausgebildeten Pflegebegleitern als ständige Ansprechpartner im Unternehmen (einer davon ist der Chef selbst). Für Ludger Osterkamp ergibt sich das zwingend aus dem Selbstverständnis des Unternehmens: „Wir sehen uns als Familienbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes. Die Firma ist kein Selbstzweck, sondern für uns und unsere Familien da. Niemand ist bei uns ersetzbar. Es zählt der Mensch, nicht die Personalnummer.“

Wie sehr dem Unternehmen das Thema Pflege am Herzen liegt, zeigt sich auch im neuesten Song der Firmenband, in dem es um die schwierige Beziehung eines Demenzkranken zu seinem Pfleger geht (zu hören auf der Website des Unternehmens www.extox.de).

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In der Kategorie über 251 Mitarbeiter wurde das Softwareunternehmen SAP ausgezeichnet. Das Walldorfer Unternehmen hat vor etwa eineinhalb Jahren damit begonnen, quartalsweise Informationsveranstaltungen zum Thema Pflege abzuhalten.

„Zunächst war die Teilnahme sehr gering, trotz unserer traditionell offenen und wertschätzenden Unternehmenskultur“, sagt Christine Rosendahl, die bei SAP für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verantwortlich ist. „Da hat man schon gemerkt, dass das Thema für viele Kollegen scheinbar schwierig ist. Wir haben uns entschlossen, einfach weiterzumachen, und das Interesse hat ständig zugenommen. Hier ist Kontinuität sehr wichtig. Wir haben deutlich gemacht, dass wir das Thema ernst nehmen, und unsere Mitarbeiter haben das irgendwann auch realisiert. Heute haben wir viele sehr positive Rückmeldungen.“

Bei den ergänzenden Pflegeseminaren geht es zum Beispiel um so wichtige Themen wie Vollmachten, Finanzierung und Zeitmanagement. Für die Zukunft will SAP die „Selbstpflege“ noch stärker in den Blick nehmen. „Ein ganz wichtiger Punkt ist doch: Wie gehe ich als pflegender oder mit dem Thema Pflege konfrontierter Angehöriger mit der Belastungssituation um, die daraus erwächst? Wie kann ich für Ausgleich sorgen? Wer kann mir helfen, das als Person durchzustehen? Das sind entscheidende Fragen, die am Ende auch die Qualität der Pflegesituation beeinflussen“, sagt Frau Rosendahl.

In relativ kurzer Zeit hat SAP einen „bunten Strauß“ an Maßnahmen für Mitarbeiter zusammengestellt, die einen Pflegefall in der Familie haben oder sich vorbeugend beraten lassen möchten. Dabei arbeitet SAP auch mit externen Dienstleistern zusammen. So können Mitarbeiter selbst entscheiden, ob sie pflegebezogene Fragen im Unternehmen selbst klären oder lieber anonym bleiben möchten. Flexible Arbeitszeitmodelle, Vertrauensarbeitszeit und auch Arbeitszeitkonten sind bei SAP seit Längerem selbstverständlich und können ganz individuell ausgehandelt werden. Erleichtert wird das dadurch, dass die meisten Mitarbeiter auch mobil arbeiten können.

Die Schlüsselposition der Chefs wurde auch bei SAP klar erkannt: „Ein wichtiger Schwerpunkt für die Zukunft ist, Führungskräfte noch stärker für das Thema zu sensibilisieren. Berührungsängste müssen abgebaut und pragmatische Lösungen möglichst unkompliziert und zeitnah ausgehandelt werden können“, sagt Frau Rosendahl.

Als weltweit tätiges Großunternehmen, das Fachkräfte aus allen Teilen Deutschlands und der Welt anzieht, sieht Frau Rosendahl auch die zunehmende Mobilität von Arbeitnehmern als Herausforderung, die es zu meistern gilt: „Bei uns gibt es relativ wenige Mitarbeiter, die ihre Angehörigen in der Nähe haben. Viele müssen Pflege aus der Ferne organisieren. Das ist heute bereits ein weitverbreitetes Phänomen. In dem Maße, in dem sich der Altersdurchschnitt im Unternehmen erhöht, wird das Thema Pflege für viele immer stärker in den Fokus rücken. Da ist es ganz entscheidend, dass man gut vorbereitet ist und nicht aus allen Wolken fällt, wenn es so weit ist.“

Für alle Preisträger und Nominierten ist die Bindung qualifizierter Mitarbeiter ein wichtiger Beweggrund, sich mit der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf auseinanderzusetzen. „Für uns geht es auch ganz klar darum, die Produktivität unserer Mitarbeiter zu erhalten“, sagt Frau Rosendahl. „Deshalb wollen und müssen wir sie hier unterstützen. Das liegt in der Verantwortung der Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu Recht als höchstes Gut betrachten. Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, um loyale und leistungsfähige Fachkräfte gewinnen und halten zu können.“

Für alle drei Preisträger ist der Otto-Heinemann-Preis eine Bestätigung ihres Weges und zugleich ein wichtiges Signal an andere: „Der Preis bestärkt uns darin, unser Engagement fortzuführen und zu vertiefen. Und wir hoffen natürlich, dass er dazu beiträgt, immer mehr Betriebe an das Thema heranzuführen“, sagt Dr. Hoffschroer.

Der Preis wurde von Iris Gleicke, Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Beauftragte für den Mittelstand, im Beisein von rund 400 geladenen Gästen verliehen. Namensgeber für den Preis ist der ehemalige Prokurist der Firma Krupp in Essen. Der engagierte Kommunalpolitiker und Vater des dritten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland hat sich in ganz besonderer Weise um das Betriebskrankenkassenwesen verdient gemacht.

Impressionen der Preisverleihung

Wer kann mitmachen?

Alle Unternehmen mit Beschäftigten in Deutschland, sind herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Damit Sie alle eine Chance auf einen Wettbewerbssieg haben, tragen wir den unternehmerspezifischen Besonderheiten Rechnung und werden die Preise in drei Kategorien vergeben:

  • Unternehmen bis 50 Mitarbeiter/innen
  • Unternehmen mit 51–250 Mitarbeiter/innen und
  • Unternehmen ab 251 Mitarbeiter/innen

Welche inhaltlichen Kriterien werden bewertet?

Prämiert wird die gute Balance von Beruf und Pflege:

Wie gelingt es Ihrem Unternehmen, wirtschaftlichen Erfolg und pflegefreundliche Personalpolitik als Unternehmensphilosophie zu gestalten? Welche Ideen und Modelle existieren bereits in Ihrem Haus, was ist geplant?

Nutzen Sie unser Onlineformular, um sich für den Otto-Heinemann-Preis zu bewerben.

Wer schreibt den Preis aus?

spectrumK GmbH in Kooperation mit den Spitzenverbänden der BKKs und IKKs. Die Koordination der Ausschreibung des Preises erfolgt über die spectrumK GmbH.

Welche Ausschreibungsbedingungen gelten?

Für die Bewerbung steht Ihnen unser ONLINE-FORMULAR bis zum 31. August 2016 zur Verfügung. Sobald das Formular vollständig ausgefüllt wurde, erhalten Sie den der Bewertung zugrunde liegenden Fragebogen als PDF per E-Mail oder per Post.

Bitte senden Sie diesen Fragebogen ausgefüllt an info@otto-heinemann-preis.de oder per Fax  an 030-21 23 36 39 157.

Die späteren Preisträgerinnen oder Preisträger erklären sich damit einverstanden, dass ihre Namen, Fotos und Kurzangaben für Veröffentlichungen verwendet werden.

Der Wettbewerb ist in vier Stufen gegliedert:

  • Bewerbungszeitraum über das Online-Formular
    bis zum 31. August 2016
  • Versand und Rücklauf der Fragebögen bis 31. August 2016
  • Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Berliner Pflegekonferenz.

Wann, wo und wie erfolgt die Preisverleihung?

Die Preisverleihung findet am 8. November 2016 im Rahmen der »3. Berliner Pflegekonferenz« statt. Zur Teilnahme am Wettbewerb gehört auch ausdrücklich die Bereitschaft, die Arbeit im Rahmen der »3. Berliner Pflegekonferenz« dem Publikum vorzustellen. Die Teilnahme der Nominierten an dieser Veranstaltung ist daher erforderlich. (Die Kosten der Nominierten für Anreise, Übernachtung und Teilnahme an dieser Veranstaltung werden nach dem geltenden Bundesreisekostengesetz erstattet.)

Ihre Vorteile der Teilnahme auf einen Blick:

Alle Teilnehmer erhalten eine Teilnehmer-Urkunde als Anerkennung und weitere Kommunikationsmittel, um sich als attraktiver und pflegebewusster Arbeitgeber präsentieren zu können. Die Endrundenteilnehmer werden im Rahmen der Wettbewerbskommunikation ausführlich dargestellt.