Marie Simon Pflegepreis

Wie kann die Versorgungssicherheit von Pflegebedürftigen im Versorgungsprozess gewährleistet werden? Wie können Helfende bei der Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen unterstützt werden? Welche Informations- und Kommunikationstechnologien können die Gestaltung in der Pflege unterstützen? Zu all diesen Fragen gibt es bereits viele innovative Antworten und individuelle Lösungen. Die unterschiedlichen Ansätze unterstreichen auch die Notwendigkeit, gute Ansätze in der Pflege zu identifizieren und öffentlich zu machen. Mit dem Marie Simon Pflegepreis für Innovationen in der Pflege werden auf der Berliner Pflegekonferenz in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund besonders innovative Pflegeprojekte ausgezeichnet.

Die Deadline für die Einreichung von Bewerbungen für den Marie Simon Pflegepreis 2020 ist der 10. Juni 2020. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahrungen erhalten Sie im Frühjahr 2020. Wenn Sie Interesse am Marie Simon Pflegepreis haben, teilen Sie uns dies gerne unter awards@spectrumk.de mit. Wir informieren Sie dann, sobald die neue Bewerbungsphase beginnt.

Interessenbekundung per E-Mail

Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie uns auch gern kontaktieren:
spectrumK GmbH
Abteilung Unternehmenskommunikation
E-Mail: awards@spectrumk.de
Tel.: 030-21 23 36 110

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*dies gilt für Preisträger, deren Projekt auf ehrenamtlichen Engagement basiert

Schirmherrschaft in 2019

Wir freuen uns, dass Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für die Pflege, die Schirmherrschaft für den Marie Simon Pflegepreis 2019 erneut übernommen hat.

„Ich habe die Schirmherrschaft für den Marie Simon Pflegepreis sehr gern übernommen, denn gute Ideen brauchen eine Bühne. Wir brauchen innovative Ansätze und Konzepte, um auch künftig die immer größer werdende Zahl pflegebedürftiger Menschen qualitätsgesichert versorgen zu können. Mit dem Marie Simon Pflegepreis können wir dazu beitragen, Projekte in die Fläche zu bringen, mit denen Teilhabe und Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen gestärkt, pflegende Angehörige unterstützt und Pflegekräfte entlastet werden.“

Andreas Westerfellhaus
Logo Westerfellhaus

Wer war Marie Simon

Marie SimonMarie Simon wurde am 26. August 1824 in der sorbischen Gemeinde Doberschau in der sächsischen Oberlausitz geboren.

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern verbrachte sie ihre Jugendzeit überwiegend in Österreich und bereiste u. a. Italien und Frankreich. Ihr weiterer Lebensweg führte sie um 1852 nach Dresden, wo sie 1853 heiratete. Zusammen mit ihrem Mann führte sie dort ein Wäschegeschäft am Altmarkt.

Ausschlaggebend für ihren weiteren Lebensweg war jedoch die Idee zum Aufbau der Hilfsorganisation Rotes Kreuz in Sachsen, die der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant 1863 dem sächsischen Kronprinzen Albert vortrug. 1867 wurde der Albert-Verein des Roten Kreuzes unter dem Vorsitz der späteren Königin Carola gegründet, in dem Marie Simon aktives Mitglied wurde. Die Frauen, die in diesem Rahmen Kranke und Verwundete pflegten, nannten sich Albertinerinnen.

Ihre pflegerischen Kenntnisse, die Marie Simon schon in ihrer Jugend autodidaktisch sowie durch Hospitationen im Diakonissenkrankenhaus Dresden und in der Universitätsklinik Leipzig erworben hatte, konnte sie 1866 im Deutschen Krieg, u.a. nach der Schlacht bei Königgrätz einsetzen. Nach dem Ende des Kriegs berief sie die Kronprinzessin Carola von Sachsen in das Direktorium des Albert-Vereins. Damit war Marie Simon für die Aufsicht über die Krankenpflegerinnen und die Leitung der Armenkrankenpflege zuständig. In dieser Funktion mahnte sie stets zu mehr Ernsthaftigkeit und Praxisnähe in der pflegerischen Arbeit.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 kam Marie Simon gemeinsam mit zwölf Albertinerinnen zum Einsatz. Sie half den Verwundeten, organisierte den Einsatz von Pflegekräften und überwachte die Verpflegung. Bekannt, ja sogar berühmt war insbesondere ihr „Freßkommando“, d. h. die von ihr mit großem Durchsetzungsvermögen organisierte Beschaffung von Nahrungsmitteln. Marie Simon überzeugte durch Tatkraft und Humanität und wurde in der französchen Presse sogar als „Nightingale allemande“ gerühmt. Dafür wurde ihr 1871 der Sidonienorden verliehen.

Nach Kriegsende nahm sie sich intensiv der Ausbildung von Pflegekräften an. Sie engagierte sich dafür, neben der kirchengebundenen Pflege die so genannte freiwillige sowie auch berufliche Krankenpflege zu fördern. Da in der Bevölkerung die Nachfrage nach Hauskrankenpflegerinnen groß war, baute sie, unterstützt vom Albert-Verein, eine systematische Ausbildung in Dresden auf. Der Einsatz der Lernenden erfolgte in der von Marie Simon mitbegründeten Heilstätte in Loschwitz sowie in der für diese Zwecke in Dresden-Neustadt eingerichteten Poliklinik. In den letzten sechs Monaten der dreijährigen Ausbildung erfolgte der Einsatz in der Universitätsklinik in Leipzig. Der Unterricht wurde von dort tätigen Ärzten erteilt. Marie Simon beaufsichtigte den Einsatz und die Anleitung der Auszubildenden.

Es ist ihr Verdienst, dass Krankenpflege als Beruf anerkannt und der zukünftigen Pflegekraft ein fundiertes Wissen vermittelt wurde. Ihre Tätigkeit wurde durch mehrere Auszeichnungen der Könige von Sachsen und Preußen sowie des österreichischen Kaisers gewürdigt. Ihr zu Ehren bedachte Königin Carola den Albert-Verein in ihrem Testament mit 20.000 Mark zur Unterstützung mittelloser Patienten.

– Simons Grab auf dem Trinitatisfriedhof wurde beim Bombenangriff 1945 zerstört.

Publikationen von Marie Simon:

  • Meine Erfahrungen auf dem Gebiete der Freiwilligen Krankenpflege im Deutsch-Französischen Kriege 1870-1871, Leipzig 1872
  • Die Krankenpflege. Theoretische und praktische Anweisungen, Leipzig 1876.